Barfuss laufen- wieso, wesshalb, warum
Barfuß laufen ist gesund und die Industrie versucht immer mehr einen Trend zu setzen der meiner Meinung nach am Ursprung vorbei geht. Nun gibt es von der Outdoorindustrie Schuhe die anscheint gerade in der Ultraleicht- Trekking- Szene vermehrt genutzt werden. So findet sich z.B. beim “Laufbursche” ein Schuh in der Packliste der das Barfuß gehen simulieren soll. Auch andere Outdoor- Begeisterte, wie “Knilch” haben die ersten Tests hinter sich.
Aber Warum überhaupt Barfuß laufen, bzw. die Füße in Schuhe einpacken?
Das Grundproblem liegt darin, das wir (wahrscheinlich der allergrößte Teil der Menschen – ich auch) viel zu schwache Muskulatur haben. Schmerzende Handgelenke beim Radfahren -> zu schwacher Rücken, ein verspannter Rücken nach einer langen Autofahrt, oder um das Thema wieder auf zu greifen; ständiges Umknicken in den Schuhen.
Und genau da haben wir ein Problem, welches uns die Industrie verschafft hat. Es gibt Schuhe mit spezieller Fersendämpfung, Schuhe mit extra steifem Schaft, Schuhe mit harter Sohle, Schuhe mit Technologien, deren Namen man teilweise gar nicht aussprechen kann. Eine “kleine” Übersicht diverser Technologien bietet das Intro der aktuelle Werbung des oben genannten Schuhherstellers Vibram.
All diese Herlferlein tragen dazu bei das unsere Füße nicht mehr spüren müssen, wo sie hintreten, die Muskeln und Bänder keiner Herausforderung mehr gestellt werden und nicht zuletzt unsere eingeebnete Umgebung lässt uns die Füße nicht mehr heben! Es ist also ein Problem unserer Schuhe, wie es die Industrie andeutet und sie entsprechende “Lösungen” anbietet. Aber Dazu später mehr, denn selbst mit dem richtigen Schuh (es gibt nämlich durchaus Geeignete), können wir noch eine ganzer Menge falsch machen.
So wie der Neu-Öko, der seine Bekleidung entsorgt um sich in Hanf zu kleiden, nichts für den Umweltschutz tut, wird der Neu-Barfuss-Geher nicht das richtige für seine Muskulatur und seine Knochen machen, weil er sich “Barfuß- Schuhe” kauft.
Das Stichwort heißt “Ballengang”, den nur der richtige Laufstiel schafft es die Defizite in Schuh und/ oder Bein auszugleichen.
Warum beschäftige ich mich nun aber mit dem richtigen gehen? Ausschlaggebend waren einige Faktoren:
- Nach´meinem 3,5 monatigen Winter-Aufenthalt in Lappland hatte ich immer wieder starke Schmerzen an der Innensehne des linkes Bein
- Mein Orthopäde riet mir nach fast 6 Monaten ohne spürbare Besserung zu stärker angehobenen Einlagen (ich hatte schon jahrelang einen Knick-Senk-Fuß)
- mit den neuen Einlagen zeigte sich Besserung, sobald ich aber Alte oder gar keine trug, war das Problem wieder da
Dann machte ich mir Gedanken über den Ursprung des Schmerzes, der nichts anderes eine eine Überbelastung des (viel zu schwachen Muskels) war.
Warum aber ist der Muskel zu schwach? Weil er ständig von fetten und viel zu steifen Schuhen gestützt wird!
Über den Parkour Sport kam ich auf Natur- Pfade, die später u-a- einen sehr einschlägigen Text verfassten, den ich für kurz aber sehr treffend befinde. Eigentlich nur die Seite von Natur-Pfade und ein Video bei youtube waren für meine Anfänge ausschlaggebend
.
Ich probierte etwa 2 Wochen rum, ging mit meinen Paddelschuhen joggen und machte die ein oder andere heftige Erfahrung (Musklekater vom aller Feinsten
). Insgesamt war ich aber überzeugt und da der Gemeinschaftstag “WildnisWissenWeiterGeben” bei der Wildnisschule Wildeshausen an stand und der Ballengang als Ursprung, bzw. Fortbewegung der Naturvölker durchaus in die Wildnisschule passt, dachte ich mir “Warum keinen Die Ursprünge des Gehens Workshop halten?”
Einer der Teilnehmer meines Workshops war Malte Hoevel. Malte hat einen ähnlichen Hintergrund und fast ebenso die gleichen Gründe wie ich; Er hat(te) Problemfüße und ist über die Überlegung des Ursprungs der Probleme zum Ballengang gekommen. Ebenso hat er jahrelang Parkour betrieben. Malte hat in seinem (leider inzwischen nicht mehr genutzten) Blog einen Artikel mit seinen Überlegungen verfasst. Aber auch seine weiteren Gedanken zum Laufen, Parkour & Sport sind lesenswert!
Malte sprach mir ein Lob aus, das ich bei meinem Workshop so viel Wert auf das Fühlen mit dem Fuß gelegt habe und jetzt, ein paar Monate später, kann ich sagen das ich damit auch sehr glücklich bin.
Denn es beginnt nicht mit einem neuen Schuh, sondern ohne Schuhe und ganz, ganz klein. Es reicht für den Anfang mit den Füßen zu spielen; kleine Steinchen flippen, Zapfen aufheben, sich im Sand nur mit Zehenkraft wie eine Raupe vorwärts arbeiten, usw.
Vor 3 Wochen traf ich beim slackline in Nürtingen Wendelin, er ist u.a. auch Kletterer und besitzt einen Klettershop. Wendelin geht in den Alpen mit FlipFlops wandern! Er knickt dabei nicht um oder rumbelt über die Felsen, weil er die richtige Gangart und deutlich mehr Sinne einsetzt.
Für alle, die sich nun mit dem Ballengang und der effizienten Bewegung (in der Natur) beschäftigen möchten, eine kleine Linksammlung:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,670241,00.html
http://ballengang.wordpress.com/
http://www.barfusswandern.de/index.html
http://www.dailymail.co.uk/home/moslive/article-1170253/The-painful-truth-trainers-Are-expensive-running-shoes-waste-money.html
http://www.barfusslaufen.com/shop/page/1?shop_param=
http://movnat.com/
Viel Spaß beim Ausprobieren und Staunen
Meine Sehnenprobleme sind übrigens nicht mehr auf getaucht und ich habe ein spürbar und sichtbar kräftigere Fuß- und Wadenmuskulatur


[...] von einem Blogeintrag von Jonas zum Thema Barfuß laufen habe ich heute nach Sonntag zum zweiten Male meine Sandalen ausgezogen und bin unbeschuht [...]
Spannender Artikel. Das können meine leicht verkorksten Füsse bestimmt auch gut gebrauchen. Danke.
Hey Markus,
gerne doch!
Danke für den Hinweis mit den links, habe es behoben!
Danke dir für den schönen Bericht über ein Thema, mit dem ich mich gerade täglich beschäftige. Leider funktionieren deine unten aufgeführten Links nicht. – Man wird überall zu Spiegel verbunden
beste Grüße